„Manchmal zieht man auch mit einem Aussichtslos den Hauptgewinn.“

Viel zu oft stellt uns das Leben vor Entscheidungen, die wir nicht fällen können, ohne dabei selbst einen Teil unserer Selbst aufzugeben. Hoffnung wird in dieser Generation ganz klein geschrieben und man findet nur Worte des Hasses oder der Wut an kalten, weißen Wänden, mit dreckiger Farbe beschmiert und durch den Regen langsam verwischt. Das Leben ist oft nicht das, was es in Filmen oder Büchern ist. Es ist viel zu lang zum Schaffen und zu kurz zum Leben.
Doch manchmal, ganz still und leise, kommt das Glück und der Wille zu Dir und du merkst, dass das Leben mehr ist als Sorgen an Wände malen und Worte in die Luft schreien. Leben ist das Glück zu schmecken, als sei es deine Lieblingsschokolade. Leben ist den Duft der Freiheit riechen. Leben ist, was ich gerade fühle.
Achtung! Es wird persönlich.
Im Oktober habe ich mich für ein Stipendium beworben, welches es mir möglich machen könnte, ein Jahr als Lehrerin in einem Internat im Ausland zu arbeiten. Mit allem, was ein Lehrer so macht. Unterricht, Weckdienst und die Betreuung der Kinder nach dem Unterricht.
Vor zwei Wochen erhielt ich die freudige Zusage per Post und traute meinen Augen kaum, als das „Südafrika“ stand. Ein Moment des Schocks. Ich war glücklich. So richtig. Doch schnell erreichte mich die Angst wieder und ich bekam kalte Füße. Ich weiß, wie viel dieses Stipendium wert ist und ich freue mich unheimlich, denn dort werde ich lernen, wer ich bin und vielleicht kann ich endlich wieder Gedanken in eine Form auf Papier bringen.
Achtung! Jetzt wird es persönlich die Zweite.
Ich bin gerade dabei, ein wenig meiner Masse zu verlieren. Ca. 10kg habe ich schon verloren und da bald Weihnachten ist, bekomme ich auch endlich ein Laufband. Und die Krönung: Wir haben eine neue Schwimmhalle. Und ich liebe schwimmen. Unten habe ich ein Bild gepostet, welches mich Anfang des Jahres und vor einem Monat zeigt. Ich sehe, dass ich weniger bin, aber für kurze Hosen und Bikini reicht es noch nicht. Allerdings habe ich noch 8 Monate, bis es nach Südafrika geht und jetzt heißt es für mich: Stark sein!
Soweit erstmal zu den aktuellen Begebenheiten.
Ich werde wieder mehr schreiben, da ich langsam wieder Zeit und Inspiration habe.
Bis ganz bald und Luftküsse! ❤Image
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Wir sind zu spät!

An Perfektion nicht zu übertreffen. Danke!

sonderbayer

Wir sind von dem Glauben beseelt, dass wir die erste Generation sind, die zu spät kam. Wir lernten freie Liebe nie kennen, weil AIDS kam und sie zerstörte. Wir haben nie demonstriert und Steine auf Polizisten geworfen, weil der Überwachungsstaat uns fest im Blick hat. Wir sahen die Beatles nie live, wir haben noch nicht mal eine Platte von ihnen gekauft, die nicht schon jeder kannte. Wir kannten Michael Jackson nur als bleichen Schatten seiner selbst und die Rolling Stones als alte, faltige Opas. Wir habe keine Partei, die zivilen Ungehorsam bedeutet; die, die es mal war, baut heute Fledermausbrücken in Baden-Württemberg. Wir haben nie gesehen wie Deutschland Fußballweltmeister wurde und ich noch nicht mal wie mein Verein die Schale holte.

Wir sind zu spät. Es führt kein Weg daran vorbei. Zu spät, um die Mauer in Berlin niederzureißen. Zu spät, um Joschka Fischer in Frankfurt als Taxifahrer zu haben…

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Einsamkeit

 

Einsamkeit macht sich breit.

Du liegst wach, seit Stunden und
betrachtest deine Wunden.
Du wälzt dich hin und her und her und hin
dein Herz wird langsam schwer.

Deine Einsamkeit geht zu weit, wenn
dein Konto das Einzige ist, was deine Leere nachvollziehen kann.
Wenn du deinem Smartphone vorm Schlafen gehen ein Lied singst
und es zudeckst und ihm neue Energie schenkst.
Und dann wünschst du dir ein Ladekabel
für deine Energie, deinen Willen und
nichts, wirklich gar nichts, kann deine Einsamkeit stillen.
Wenn du von einer durchzechten Nacht nach Hause kommst
und das Einzige, was auf dich wartet der Döner im Kühlschrank ist. 
Und du du ihn isst und ihn isst und deine Seele isst.
Wenn du vorm Spiegel stehst und denkst:
Wer sind Sie und was machen Sie in meiner Wohnung?
Wenn dein Lieblingsrezept Tiefkühlpizza ist.
Wenn du verlernt hast, wie man lebt und
wenn dein Herz manchmal still steht.
Wenn du dein Haus nicht verlassen musst, weil jeder deiner
Facebookfreunde dich wissen lässt,
wie das Wetter ist.
Wenn du nur vor die Tür gehst,
weil Schokolade gerade im Sonderangebot ist.
Wenn du aus Überzeugung keine Hosen mehr trägst
und dich nur noch zwischen Küche und Bett bewegst.
Wenn die einzige Post von
überteuerten Fastfood-Ketten ist.
Dann macht sich Einsamkeit breit
und du treibst meilenweit.
Und so soll es nicht sein,
so soll es nicht bleiben.

Wenn die Lichter der Nacht leuchten
und dein Mut trotzdem dunkel bleibt,
dann wünscht du dir Zeit.
Zeit zum Verarbeiten, zum Verdauen der Gedanken,
die am Tage keinen Platz fanden.
Die nicht in Worte gefasst werden können,
und ein Netz in dein Hirn spinnen.
 
Die Gedanken, die man nicht denken,
sondern essen sollte.

Der Mensch ist 2,50 € wert.

„Drogen“, sagte er.
„Im falschen Körper geboren“, sagte er.
„Schläge, Blut und Koks“, sagte er.
„Suizid, Psychatrie, Angst“, sagte er.

Es sind diese Nächte, in denen man vergessen hat, was schlafen ist und das man es benötigt. Nächte, in denen es egal ist, ob die Haare noch sitzen oder der Kajal verlaufen ist. Nächte, in denen Tränen nicht aus Trauer, sondern aus Freude fallen. 
Alkohol fließt und Geheimnisse werden erzählt. Still auf dem Balkon. In die Schwärze der Nacht starren und jedes seiner Worte im Kopf umdrehen, realisieren und bemerken, dass das Leben manchmal Wege geht, die unfair sind. Unfair ist kein Ausdruck für sein Leben. 
Wenn ein anderes Schicksal zu deiner traurigsten Geschichte wird und du nicht begreifen willst, wieso irgendwer so viel Leid zulässt.
Nächte, in denen es egal ist, welche Therapien man gemacht hat, welche Krankheiten diagnostiziert wurden und welche Zigarettenmarke man raucht.

„Um 7 öffnet der Laden, dann gehen wir frühstücken“, sagte er mit müden Augen und schlief ein. Es war 6 Uhr. Ich packe meine Sachen, starre auf das Sofa und sehe die 5 Chaoten schlafen. Sie sehen friedlich aus, wie kleine Affenbabys. 
Ich nehme einem Jungen das Bier aus der Hand und decke ihn zu. 

Bevor die Tür ins Schloss fällt, mache ich alle Lichter aus und flüstere ein leises „Gute Nacht.“
Die Sonne geht auf und der Wind bläst mir Blätter ins Gesicht. Ich binde meine Haare zusammen, zünde mir eine Zigarette an und gehe nach Hause. 

„Der Mensch ist 2,50€ wert. Und damit meine ich nur den Körper. Die Psyche oder Seele ist nichts wert. Und das macht mich kaputt. Jeden Tag“, sagte er und fragte mich nach Feuer um seine Zigarette anzuzünden und seine Worte wurden zu Rauch.

Das Mädchen mit den Zigaretten und dem gebrochenem Lächeln

Sie betritt die Bar. Mit ihren strahlenden Augen, ihren wunderschönen Grübchen. Mit der Zigarette in der Hand und der Einsamkeit im Arm. Sie spricht mit jedem, lässt niemanden aus. Sie leert ihre Gläser ganz allein. Sie schenkt jedem ihr Lächeln. Smalltalk, ab und an ein vertrautes Wort, dann wieder Wechsel zum Belanglosen. Sie fährt mit ihren kleinen Händen durch die langen Haare. Zigaretten leer. Sie zieht ihre Jacke an, läuft in leisen Schritten zum Spätkauf. Die Starken, sagt sie mit ihrer zarten Stimme. Fünf Euro auf den Tresen. Auf Wiedersehen gelächelt. Zurück in die Bar. Ein Bier folgt dem anderen. Ein Gespräch spricht mit dem nächsten. Ein Lächeln nach dem anderen verschenkt. Jeder kennt ihr Lächeln, niemand besitzt es. Die Bar leert sich. Umarmung, Küsschen, Bis bald. Den ganzen Dreck des Abends kehrt sie mit sich, als sie als Letzte das Lokal verlässt. Mit traurigen Schritten, die Einsamkeit schreiben. Die Lichter gehen aus, es wird hell. Sie geht alleine nach Haus.

Das Mädchen mit den Zigaretten und dem gebrochenem Lächeln.

Es gibt tausend Gründe

Es gibt tausend Gründe, morgens nicht aufzustehen.
Aber einen, es doch zu tun: Vielleicht verpasst du den Tag im Leben, der alles verändert.

Es gibt tausend Gründe, deinen Job zu kündigen.
Aber einen, es nicht zu tun: Die Kaffeepause mit dem netten Kollegen.

Es gibt tausend Gründe, sich einsam zu fühlen.
Aber einen, es nicht zu tun: Irgendwo fühlt sich jemand genau so einsam, also ist man schon mal weniger allein.

Es gibt tausend Gründe, das Haus nicht zu verlassen.
Aber einen, es doch zu tun: Schokolade ist gerade im Sonderangebot.

Es gibt tausend Gründe, zu schweigen.
Aber einen, es nicht zu tun: Worte können Leben retten.

Es gibt tausend Gründe, dein Leben zu hassen.
Aber einen, es nicht zu tun: Das Lächeln eines Lieblingsmenschen.

Es gibt tausend Gründe, dich selbst zu hassen.
Aber einen, es nicht zu tun: Du wirst geliebt.

Es gibt tausend Gründe, die Nacht zu verschlafen.
Aber einen, es nicht zu tun: Die Sterne leuchten so schön.

 

Es gibt tausend Gründe, dich nicht zu lieben.
Aber einen, es zu tun: Ich liebe dich. 

Überall du

Der Kamin verbrennt hell
schnell und heiß
die Erinnerungen.

Es riecht nach Rauch
die Bilder werden
zu Asche.

Dein Name steht verschmiert
an den Wänden 
meiner Wohnung.

Deine Worte hängen leblos
in der kalten Luft
meiner Seele.

Verloren bin ich rettungslos
in deinen Lügen
in dir.

Überall du.